Schloss Glopper od. Burg Neu-Ems

 

Nach dem Tode Kaiser Heinrichs VII. brachen für Deutschland, besonders für den süddeutschen Raum, unruhige, schlimme Zeiten an. Die uneinigen Kurfürsten wählten 1314 gleich zwei Könige, den Wittelsbacher Ludwig IV., den Baier, und den Habsburger Friedrich den Schönen, als Nachfolger. 

 

Die Schatten dieser Fehlinvestituren fielen bis nach Vorarlberg. Die Parteinahmen gingen quer durch die hiesigen Herrscherhäuser; Montfort stand weitestgehend auf der Habsburgerseite, Ems hing dem Wittelsbacher an und ernete dafür reichen Lohn. Die nachhaltigste Wirkung zeigte dabei die Bestätigung des ab 1325 allein regierenden Kaisers Ludwig vom 24. Jänner 1333, worin er dem Ulrich von Ems alle Rechte und Freiheiten der Reichsstadt Lindau für den Vorhof und den Flecken Ems gewährte, den Vorhof zu einem „rechten“, auch an die Frauen weitervererbbaren Burglehen erhob und das Befestigungsrecht erteilte. 1343 erhilt Ulrich die Genehmigung zum Bau von Burg Neu-Ems (Glopper), was einer weiteren Machtsteigerung gleichkam. 

Burg Neu-Ems bestand ursprünglich nur aus dem achteckigen, länglichen Wohnbergfried mit zinnenbekrönter Wehplatte, der Zisterne und einem Hofbering.

Urkundlich wird sie 1401 erstmals genannt.


Im Appenzellerkrieg hatten sich die Emser durch mehrmalige Inhaftierungen von Aufständischen besonderen Hass zugezogen. Der „Bund ob dem See“, Appenzeller und aufständische Vorarlberger, versuchten daher der Emserburgen habhaft zu werden. Nahezu zwei Monate trotzten ihnen diese, bis Knappheit an Lebensmitteln und der Beschuss mit Feuerwaffen die Kapitulation erzwangen. Darüber berichtet Ulrich Tränkle: „Anno domini 1407 ann dem Zinstag vor Urbani ( 24. Mai) besassent die vom Punt die Vestin baid zue Emptz und lagen mit Gewlat davor biß zue Sanct Margarethentag (20. Juli), da ergaben sich die uff der alten Emptz waren, darnach schier ergab sich Ulrich (V.) von Emptz der die newen Emptz inhat. Also khammen die Verstin in deß Pundts Gewalt, darnach wurden sie zerbrochen.“


Hans Ulrich I., ein Neffe Ulrichs V., dem mit dem Erbteil die Ruine Neu-Ems zufiel, begann den Wiederaufbau, der um 1430 seinen Abschluss fand. Sie erstand so, mit Palas, wie wir sie heute kennen. An die Zeit des Wiederaufbaues erinnert besonders die ehemalige Grafenwohnung im dritten Palasgeschoss. Auf einem geschnitzten Balken der gotischen Stubendecke ist das Allianzwappen des Hans Ulrich I. und seiner zweiten Gemahlin Adelheit von Ellerbach zu sehen.
In den Bergfried ließ Graf Kaspar vom inneren, nördlich gelegenden Brunnenhof aud eine Tür durch die Mauer brechen und dem Vermächtnis seines Vaters Jakob Hannibal I. folgend, im Turmparterre eine Kapelle errichten. Diese wurde bis 1789 benützt, dann aufgelassen. Das wertvollste Stück aus ihr, eine dreiteilige Flügelaltartafel aus Flandern mit den Darstellulngen: links „Geburt Christi“, Hauptaltarblatt „Anbetung der Hl. Drei Könige“, rechts „Darstellung Jesu im Tempel“, befindet sich derzeit im Ferdinandeum in Innsbruck.


Burg Neu-Ems oder „Schloss Glopper“, wie wir sie heute nennen, fiel nach dem Erlöschen der männlichen Linie Hohenems 1759 als Reichslehen an den Staat zurück und wurde 1765 an Kaiserin Maria Theresia weiterverliehen. 1834 kaufte der Burgpächter Josef Peter Neu-Ems, von dem sie Graf Maximilian von Waldbug-Zeil Hohenems erwarb. Dieser vertraute die Burg dem „Schloss Seppele“, Josef Waibel aus Hohenems, zur Verwaltung an. Waibel versah sein Amt von 1842 bis 1910. Derzeit gehört Schloss Glopper dem Grafen Franz Josef Waldburg-Zeil-Syrgenstein von Hohenems, welcher die Burg derzeit vermietet hat. 

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