Der Palast Hohenems als Residenzschloss der Grafen von Hohenems 1565 in Hohenems, Österreich gebaut befindet sich bis heute in Privatbesitz der gräflichen  Familie Waldburg-Zeil.

 

 

 

Die Grafen von Hohenems waren ursprünglich als Reichsministeriale (nachweisbar seit 1180) der Welfen und der Staufer und mit der Burghut der Reichsburg Ems und der Überwachung der Reichsstraße nach Italien betraut. 

 

Ihren Aufstieg verdankte die Familie am Ausgang des Mittelalters, einerseits militärischen Verdiensten, die sich Merk Sittich I. von Ems (1466–1533) als Landsknechtsführer in Diensten Karls V. in Italien erworben hatte, andererseits der Verheiratung von Merks Sohn Wolf Dietrich (1507–1538) mit Chiara de Medici(verheiratet 1528). Sie war eine Schwester des Condottiere Gian Giacomo Medici(1498–1555), Markgraf von Marignano aus der Mailänder Familie Medici, dessen jüngerer Bruder Giovanni Angelo Medici 1559 zum Papst gewählt, am 6. Jänner 1560 als Pius IV. gekrönt wurde und bald darauf begann, Benefizien an seine Mailänder und Emser Verwandtschaft zu verteilen. Um ihrer „plutsfreundschaft“ mit dem neuen Papst willen erhob Ferdinand I. die Herren von Ems 1560 in den Reichsgrafenstand.

Der älteste Sohn von Wolf Dietrich, Jakob Hannibal I. bekam hohe Ämter als Generalissimus der päpstlichen Truppen, Feldherr unter Philipp II. von Spanien, Grande von Spanien und Landsherr seiner kleinen Grafschaft Hohenems - Lustenau. Er heiratete 1565 - im Belevederhof des Vatikan - Hortensia Borromea, eine Schwester des Bischofs und Kardinals Carlo Borromeo (hl. Carl). 

 

Auftraggeber des erbauten Renaissancepalast war der jüngere Bruder Kardinal Mark Sittich III. von Hohenems (1533–1595). Er wurde von seinem Onkel Papst Pius IV. zum Bischof von Cassano (1560), zum Statthalter der Mark Ancona (1560) und päpstlichen Legaten am Wiener Hof (1561) und….zum Kardinal ernannt. Mark Sittich verbrachte die meiste Zeit in Rom und erteilte 1562 auch den Auftrag zum Bau des neuen Palastes Hohenems an den italienischen Architekten Martino Longhi («il vecchio»), der von 1562 bis etwa 1567 den Rohbau erstellte (Datierung 1565 an einer Decke im zweiten Stockwerk).

 

Zur selben Zeit wurde die Reichsfestung Altems auf dem Felsen ob Ems, welche bis dahin als Residenz der Familie diente, „im neuen Stil“ renoviert.

Der Kardinal baute außerdem den Palazzo Altems in Rom, für seinen Sohn Roberto. Weiters baute er in Frascati die Villa Mondragone. Sein Grabmahl ist in Maria Trastevere in Rom.

 

Vollendet wurde der Palast Anfang des 17. Jahrhunderts (1603–1610) von einem Neffen Graf Caspar von Hohenems (1567–1640), Sohn von Jakob Hannibal, und baute diesen aus, mit weiteren Gartenanlagen, Tiergarten, Lusthaus etc. Er gründete die erste Lateinschule und  erste Musikschule. Auch die erste Buchdruckerei im Land und in seine Regierungszeit fällt auch die Gründung einer jüdischen Gemeinde durch einen Schutzbrief aus dem Jahr 1617.

Er vergrößerte sein Territorium durch den Erwerb von Vaduz und Schellenberg. Sein Bruder Markus Sittikus IV. wurde 1612 zum Fürsterzbischof von Salzburg. 

 

Die letzte Gräfin Maria Rebekka von Hohenems heiratete Graf Franz Xaver Harrach Rohrau. Dessen Tochter Maria Walburger heiratete 1779 Graf Clemens Alois Waldburg Zeil. Somit fiel die Herrschaft Lustenau Hohenems an das Fürstliche Haus Waldburg Zeil.

 

Der Palast Hohenems gilt als der bedeutendste Renaissancebau in Westösterreich. 1882 wurde der Palast von Clemens Graf Waldburg-Zeil für seine Familie renoviert.

 

1960 öffnte Franz Josef Waldburg Zeil den Palast für Veranstaltungen, wie Konzerte, Opern, Empfänge wie auch die Schubertiade Hohenems um die Öffentlichkeit an den wertvollen italieneischen Renaissancebau teilhaben zu lassen und damit auch das Gebäude erhalten zu helfen.

 

Heute leben Franz-Clemens Graf Waldburg Zeil und seine Frau Stephanie, geborene Gräfin Blanckenstein mit ihren vier Töchtern im Palast. Alle Generationen tragen in Hinsicht zum Erhalt des Erbes bei.

 

Zur Architektur:

Der regelmäßige, dreigeschossige Baukörper mit Satteldächern um einen Rechteckhof wurde von Martino Longhi geplant. Im Norden und Süden befinden sich zweiachsige Eckrisalite unter Zeltdächern, und die Mittelachse wird durch ein plastisch gegliedertes Rundbogenportal betont.

 

Die Linie der Grafen zu Waldburg-Zeil-Lustenau-Hohenems, stammt aus dem Hause der Fürsten von Waldburg-Zeil Trauchburg. Das Haus Waldburg, ursprünglich welfisch-staufischen Ministerialien, seit 1120, wurden 1779 durch die Heirat der Gräfin Maria Walpurga von Harrach-Rohrau-Hohenems (1762–1828) mit dem Grafen Clemens Maximilian zu Waldburg-Zeil und Trauchburg (1753–1817) begründet.

 

Der Stammvater Clemens Maximilian war ein Bruder von Maximilian Wunibald, regierenden Reichsgraf zu Waldburg-Zeil und Trauchburg. Clemens Maximilian adoptierte 1813 Maximilian Clemens, Sohn von Maximilian Wunnibald. Dieser war seit 1803 erster regierender Fürst von Waldburg-Zeil.

 

Maximilian Clemens musste (lt. § 1 des Testaments von 1813) auf alle Erbansprüche seines Fürstlichen Stamm- und Vaterhauses verzichten.

(Aus dem Hausrecht der Fürsten von Waldburg.) Mit diesem Anspruchsverzicht in Richtung Zeil, wurde die Eigenständigkeit der Linie

Lustenau-Hohenems klar bestätigt. Das Haus Waldburg Zeil Lustenau Hohenems regierte souverän bis 1830.

 

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