Geschichtliches über Burg Bernstein

Der Name lässt sich sowohl auf die Bären zurückführen, die in den Bernsteiner Bergen beheimatet waren, als auch auf die alte Bernsteinstraße, die an der Burg vorbeiführt. 

Als Wehranlage dürfte Bernstein auf einem Felsen im Tauchental bereits im 9. Jahrhundert errichtet worden sein. Seit der ersten Jahrtausendwende bestimmt die exponierte Lage an den Grenzlinien von Österreich, Ungarn und Böhmen die wehrpolitische Bedeutung, was an den zahllosen Machtkämpfen und Besitzwechsel abzulesen ist.

Historisch bezeugt ist Bernstein erstmals als ungarische Grenzburg im 13.Jahrhundert: Nachdem der letzte Babenbergerherzog, Friedrich der Streitbare von Österreich, Bernstein erobert hatte, wurde er 1235/36 von König Bela IV von Ungarn besiegt und musste die Burg wieder abgeben. 1241 verbündete sich Heinrich II von Güssing gegen Bela IV mit dem Böhmenkönig Ottokar Przemysl II, und übergab ihm neben anderen Burgen wie Güssing, Lockenhaus und Schlaining auch Bernstein. Die Burg wurde 1277 von Johann II Ivan von Güssing (Roter Ritter), der Sohn von Heinrich II, zurückerobert. Bis zu seinem Tod 1308 musste Bernstein einige Angriffe überstehen: 1283/84 belagerte Ladislaus von Ungarn die Burg, 1285/86 ein Heer von Herzog Albrecht I von Österreich. Auch die "Güssinger Fehde" von Johann II von Güssing gegen Ladislaus von Ungarn überstand Bernstein unbeschadet.

Ab 1307 hatte in Ungarn nach vielen Wirren das Haus Anjou die Macht übernommen. Von König Karl Robert von Anjou wurden die Grafen von Güssing 1327 besiegt und Bernstein fiel wieder an die Ungarn. Karl Roberts Sohn Ludwig I von Ungarn erklärte Bernstein neben anderen Wehrburgen zum ungarischen Kronbesitz und verpfändetet Bernstein 1388 an die Familie Kaniszai von Chorna. Von den Kaniszai ist die mittelalterliche Wehranlage erneuert und mit einem runden Wehrturm ausgerüstet worden, der heute nicht mehr existiert.

1440 wurde Bernstein von Kaiser Friedrich III erobert, als er in die Machtkämpfe zwischen den westungarischen Grenzburgen und der Stadt Ödenburg eingriff. In weiterer Folge konnte Bernstein niemand mehr einnehmen. Friedrich III übergab die Burg an die Familie Königsberg, der sie bis Mitte des 17. Jahrhundert.s gehörte, zunächst als Pfand, nach dem Kauf 1635 als Eigentum.

Im 16. und 17. Jahrhundert. waren Türkenbelagerung und Blitzschläge die stärksten Bedrohungen. Nachdem Bernstein gegen die Türken 1532 erfolgreich verteidigt werden konnte, baute die Familie Königsberg Bernstein bis 1590 zur sicheren Grenzfestung aus, mit Bastionen, Wehrtürmen und starken Wehrmauern. Bis ins 18. Jahrhundert. wurde Bernstein mehrfach zur rettenden Fluchtburg für die Bevölkerung. Die günstige Lage mit weitreichender Fernsicht bis in die Oststeiermark macht Bernstein auch zu einer wichtigen Kreidfeuer-Station im Burgenland.

Die Stärke der Festung war kein Schutz gegen Naturgewalten. 1536 vernichtete Blitzschlag Teile der Burg. 1617 traf ein Blitz den Pulverturm, worauf das Pulvermagazin explodierte und die Innenburg fast zur Gänze zerstört wurde. Im Stil der Renaissance und des Barock hat man sie wieder aufgebaut. Mitte des 17. Jahrhundert.s kam Bernstein für rund 200 Jahre in den Besitz der Grafen von Batthyány. www.batthyany.at Unter den Batthyánys kehrten Kunst und Kultur vielschichtiger Art in die Burgmauern ein. Adam Graf Battyhány veranlasste zwischen 1645 und 1650 den Ausbau des Rittersaals. Bernstein war nicht Stammsitz der Batthyánys, es erhielt aber zunehmend den Charakter eines Edellandsitzes, der noch das heutige Erscheinungsbild prägt. 1864 löste Edward O´Egan, der Verwalter (sic) von Gustav Graf Batthyány, die Burg ab. 1892 kaufte sie die Familie Almásy von seinen Erben.

Ende des 1. Weltkriegs begann die Familie Almásy aus wirtschaftlichen Gründen mit der Vermietung von Zimmern. 1953 wurde Bernstein ein regulärer Hotelbetrieb. Bis heute setzen indirekte Nachkommen der Almásy die Tradition fort. Seit 1982 gehört die Burg Bernstein der Familie Almásy.  



Burg Bernstein HEUTE

Dem interessierten Besucher der Burg Bernstein wird gegen Voranmeldung in der Regel eine Besichtigung der Außenmauern geboten und ein Rundgang um die Burg durch den Burggarten. Der Innenbereich ist ausschließlich Gästen des Burghotels vorbehalten. Das Burghotel Bernstein präsentiert sich als ein bewohnbares Familienmuseum mit unverwechselbarem Charakter. Hotelgäste wohnen in nahezu originalen Familiengemächern, von denen jedes eine besondere Geschichte hat, eine persönliche Ausstrahlung, ein eigenes Flair. In Bernstein ist der Hotelgast König und seine Ruhe heilig. Das schafft Treue und Tradition. Viele Familien aus aller Herren Länder wissen die klaren Prinzipien des Hauses zu schätzen und kommen bereits in dritter Generation.

Die Gemächer haben keine Schlüssel. Es gibt keine Zentralheizung. Sämtliche Räume sind mit Kachelöfen ausgestattet und werden von den Gängen aus beheizt. Auch in der Burgküche brutzeln und dampfen die leckeren Gerichte auf holzbefeuertem Herd. Für Handymen und Internauten ist eine Zeitreise erforderlich: Telefon und Television findet man weder in den Hotelzimmern noch in den Salons. Knisterndes Kaminfeuer und gemütliches Kerzenlicht sorgen stattdessen für direkte Kommunikation. Gefrühstückt und zu Abend gespeist wird im Renaissance Rittersaal, in dem man Strom vergeblich sucht. Tagsüber bieten Burggarten oder geschützte Lauben im Burghof ideale Rückzugsmöglichkeiten für spannende Lektüre. Burgherr Alexander Berger ist ein Hotelgast, der laut eigener Aussage nach der ersten Begegnung nicht mehr abgereist ist. Seit seiner Heirat mit Andrea Kuefstein-Almásy 1982 ist Gästebetreuung seine Profession. Zu den größten Leidenschaften der Burgherrin zählt die Burgküche, die ohne Zweifel zur Wiederkehr animiert. Mit den drei Sprösslingen Ambros, Anna und Erasmus scheint die Erbtradition gesichert. 

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